Chronik

Obst- und Bienenzuchtverein Frieding- Widdersberg

1905
Der Obst- und Bienenzuchtverein Frieding – Widdersberg wird gegründet

Auf der ersten Seite des Protokollbuches ist folgender Eintrag zu lesen:
Im Jahre 1905 den 9. April wurde nach Anleitung und Vortrag sowie nach Bekanntmachung der
Formalitäten für oberbayerische Obstbauvereine, durch Herrn Pfarrvikar Josef Holzmann in Frieding ein eigener Obstbaumverein gegründet, der den Titel führen soll
Obst- und Bienenzuchtverein Frieding – Widdersberg
Zu demselben sind 52 Mitglieder gemeldet und durch Unterschrift dem Verein beigetreten.

1906

Dieser junge Verein war sehr tatkräftig.
Am 16. April 1906 beschließt er seinen 55 Mitgliedern Obstbäume zu stiften
(38 Apfelbäume und 17 Birnbäume), die verlost wurden. Es gab die ersten Vorträge über Pflanzung, Behandlung und Düngung von Obst, bei der Bienenzucht ging es um die Behandlung, die Überwinterung und die Verwertung des Honigs.
Im nächsten Jahr wird eine Mostpresse angeschafft und die erste Ausstellung mit bis zu 500 Obstsorten von 60 bis 70 Gartenbesitzern von Frieding, Drößling, Widdersberg und Erling wurde ins Leben gerufen.

 

1911

Im Frühjahr 1911 wird beschlossen am Fuß- und Kirchenweg Frieding – Widdersberg eine Obstbaumallee zu pflanzen. Es wurden auf Kosten des Vereins 80 Stück meist einsortiger (nur drei Sorten) Apfelbäume bestellt und in der Zeit vom 13. bis 18. März 1912 gepflanzt. Die Bäume werden Eigentum des betreffenden Grundbesitzers sowie seines Rechtsnachfolgers und
diese haben für die weitere Entwicklung Sorge zu tragen. Sollte ein Baum eingehen, oder unverschuldeter Weise beschädigt werden, so ersetzt der Verein denselben, andernfalls wird der Eigentümer haftbar gemacht werden.

 

Größere Pausen während des 1. und 2. Weltkrieges

 

1919

Am 21.12.1919 trifft sich der Verein nach einer längeren Pause wieder und wählt einen neuen Vorstand. Der Jahresbeitrag wird auf 3 Mark erhöht.
Es gibt Gelegenheit eine neue  Fachzeitschrift anzuschauen – den „ Wegweiser für Obst- und Gartenbau“ – er kostet für  Mitglieder 5 Mark, für Nichtmitglieder 12 Mark. Der Verein zählt 25 Mitglieder.
In den nächsten Jahren wird sehr viel Most zubereitet, mit einer Mostpresse, die bereits vor dem 1. Weltkrieg angeschafft wurde.

 

1948/49

findet sich der Verein wieder und trifft sich für Neuwahlen.

1. Vorstand Josef Ludwig
2. Vorstand Ludwig Höllrigl

 

1953

findet man im Protokoll, dass in diesem Jahr zweimal im Jahr die Obstbaumfreunde zur großen
Versammlung nach Andechs gerufen wurden.
Auch wird erstmals den Friedinger Frauen für den schönen Fensterschmuck gedankt.

 

1956

Das nächste Protokoll ist 1956 aufgeschrieben.
In den Protokollen ist nun sehr häufig von dem Kreisfachberater Herrn Maenner die Rede, der zu fast jeder Versammlung mit Beiträgen kommt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde eine Obstbaumallee in Richtung Kiesgrube angelegt. Hier war Herr Maenner, der Kreisfachberater federführend. Dieser Kreisfachberater tauchte auch bei Befragung der älteren Mitglieder zu unserem Verein auf. Seine Vorträge sollen legendär gewesen sein.
Mit ihm gemeinsam wurden 1955 auch die Linden um den Sportplatz gepflanzt

 

1957

übernimmt Kajetan Mair den Posten des Schriftführers.
Weitere Vorstandsmitglieder sind Ludwig Kaiser und Franz Maurer.

 

1959

wird beschlossen die 50 Jahrfeier nachträglich mit 4 Jahren Verspätung zu feiern

VORSTÄNDE
1948 – 1972     1. Vorstand Josef Ludwig – 24 Jahre
1972 – 1975     1. Vorstand Josef Fiedler – 3 Jahre
1975 – 1992     1. Vorstand Josef Groß – 17 Jahre

Ab 1975 unter Herrn Groß wurden jährlich Ausflüge unternommen, bei denen man
Städte als auch die Botanik besuchte.
Darüber hinaus motivierte Herr Groß die Friedinger mehr Blumen sowohl im Garten
als auch an den Häusern anzupflanzen und das Dorf damit zu verschönern.

 

1992 – 2000

1. Vorstand Anneliese Neppel – 8 Jahre

Mit Frau Neppel begann der Verein Fachvorträge anzubieten wie zum Beispiel:
Staudenverwendung im Garten, Wildstauden im Hausgarten, Rosenschnitt in Theorie und Praxis, um nur einige zu nennen.
Sie rief auch den jährlichen Pflanzenmarkt ins Leben.
1994 übernahm der Obst- und Gartenbauverein Frieding die Blumenschmuckveranstaltung der Gemeinde Andechs, nach dem aufgrund von finanziellen Engpässen, diese Veranstaltung zum Ende 1993 eingestellt wurde.
Unser spezieller Dank gilt Herrn Erwin Rauscher, dem damaligen Vorstand der Blaskapelle Frieding, der für das Weiterbestehen der Blumenschmuckveranstaltung die Unterstützung der Blaskapelle zugesagt hat, diese besteht heute noch.

 

2000 – 2004

1. Vorstand Petra Trinkl – 4 Jahre

Das Kartoffelfeuer im Herbst lebt wieder auf und Frau Trinkl führt das gesellige Beisammensein des Seniorennachmittags ein. Neben zahlreichen Jubiläen nahm der Obst- und Gartenbauverein Frieding am Festzug „100 Jahre Starnberg“ teil.

 

2004 – 2010

1. Vorstand Ursula Galli – 6 Jahre

Der Vorstand führte Waldwanderungen mit Kindern im Frühjahr ein.
Am 22.2.2006 wurde aus dem Obst- und Gartenbauverein Frieding ein eingetragener Verein und führt seit diesem Zeitpunkt den Zusatz e.V.
Am 21. Oktober 2007 feierte der Verein sein 100 jähriges Gründungsfest – 3 Wochen vor dem
Fest, tauchte das Protokollbuch auf, aus dem ersichtlich war, dass der Verein bereits 1905 gegründet wurde, damit war der Obst- und Gartenbauverein 2007 bereits 102 Jahre alt.

 

Seit 2010

1. Vorstand Regina Stückl

Ab 2010 wurde gemeinsam mit dem beliebten Pflanzenmarkt ein Flohmarkt eingeführt, sowie das Kartoffelfeuer im Herbst wieder ins Leben gerufen. Die Zeitschrift „Quer Beet mit dem Obst- und Gartenbauverein Frieding e.V.“ erfreut sich seit dieser Zeit großer Beliebtheit im ganzen Dorf.
Am 9. Oktober 2016 feiert der Obst- und Gartenbauverein Frieding e.V. – um der Tradition treu zu bleiben, ungerade Jubiläen zu feiern – sein 111 jähriges Gründungsfest.